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Das Debattieren
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Was ist Debattieren?

Debating ist Denksport, Redesport und Teamsport. Pro und Contra analysieren ein erst kurz vor der Debatte gegebenes Thema und kommen abwechselnd zu Wort, wobei alle Redner versuchen, mit allgemein verständlichen Argumenten die ihnen zugeloste Position zu be- und die Gegenseite zu widerlegen. Eine Jury bewertet die Debatte, legt die Rangfolge der Teams fest, begründet die Entscheidung und hilft den Rednern mittels Feedbacks sich zu verbessern.

Das Denken: Die Analyse des Themas, mit der alles beginnt und die mit Reden erstmal nichts zu tun hat, findet im kleinen Kreise des Teams außerhalb des Debattenraums auf Stühlen, Treppen, Fensterbänken oder Fußböden statt. Die Debattierer überlegen zunächst, worum es eigentlich genau geht. Dann suchen sie Argumente für ihre Seite, sortieren diese, schätzen ihre Bedeutung ein und überlegen, wie sie den zu erwartenden Argumenten der anderen Seite begegnen, ohne sich selbst zu widersprechen. Wer hier gute strategische Vorarbeit leistet, hat nichts mehr zu befürchten.

München 2008Göttingen 2008München 2008Münster 2009Berlin 2010
(München 2008, Göttingen 2008, München 2008, Münster 2009, Berlin 2010)

Das Reden: Die Argumente sollen in der Debatte einem Publikum dargestellt werden. Diese (im Clubbetrieb leider meist fiktive) Zuhörerschaft erwartet dabei keineswegs einen Vortrag von wissenschaftlicher Autorität, sondern eine allgemeinverständliche Argumentation auf Basis des Wissens, das jeder hat, der beim Abendessen das ZDF heute journal sieht und am Wochenende die ZEIT überfliegt. Es ist nicht wie in einer Expertendiskussion, sondern wie im Gespräch mit Freunden, die man von seiner Position zu irgendeinem alltäglichen Thema überzeugen will: Der eigene Standpunkt soll plausibel gemacht, der des anderen widerlegt werden. Der Inhalt der Argumente steht bei diesem Unterfangen natürlich im Mittelpunkt, doch entscheiden auch methodische und rhetorische Fertigkeiten darüber, ob die Argumente den Zuhörer erreichen und überzeugen. Dabei hat man es mit einer festgelegten maximalen Redezeit und ständig zu Zwischenfragen aufspringenden Gegnern zu tun, die nichts unversucht lassen zu beweisen, dass man falsch liegt. Doch was am Anfang die größten Schwierigkeiten sind, wird mit der Zeit zum größten Spaß.

Halle 2008
(Halbfinale ZEIT DEBATTE Halle 2008)Göttingen 2008
(Halbfinale ZEIT DEBATTE Göttingen 2008)Eisenach 2009
(Finale Masters' Cup 2009, Wartburg zu Eisenach)

Das Team: Wie bei jedem Teamsport, kann der einzelne nichts erreichen, wenn der Rest des Teams in die entgegengesetzte Richtung läuft. Ein Team mag aus noch so brillant argumentierenden Rednern bestehen – widersprechen sie sich permanent, überzeugen sie gemeinsam niemanden. Debatten und Turniere werden eben nicht von Rednern gewonnen, sondern von Teams.